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Interview mit Verena Poznan

Pflegedienstleitung bei Lebensbaum

Wie lange sind Sie schon in der Pflege? Seit wann PDL?

Angefangen habe ich 2000 ganz klassisch mit einer Ausbildung zur Krankenschwester im Krankenhaus. Drei Jahre später begann ich, stationär in der Chirurgie des Vivantes Klinikums Prenzlauer Berg zu arbeiten. 2004 ging ich schließlich zur ambulanten Pflege und arbeite seit 2011 bei Lebensbaum. Seit 5 Jahren mache ich hier die Pflegedienstleitung.


Sie können also auf viele Jahre Berufserfahrung in der Pflege zurückblicken. Welche Eigenschaften sollte man unbedingt mitbringen, um Spaß am Job zu haben?

Ich glaube, das Wichtigste im Bereich der Pflege, vielleicht auch der Medizin allgemein, ist, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Oft hilft es schon, wenn man in einer stressigen Situation, von der man im pflegerischen Alltag so einige hat, einmal tief durchatmet. Bestimmt braucht man auch ein dickes Fell, muss genau aufpassen, dass einem nicht alles zu nah geht. Geduld ist ebenso unablässig wie Flexibilität.


Was gehört alles zu Ihrem Aufgabenbereich?

Zu meinen Hauptaufgaben gehören Personalführung und Arbeitsorganisation. Das bedeutet, dass ich von unserem Büro aus die täglichen Abläufe koordiniere. Das betrifft Dienstpläne, aber auch regelmäßige Überprüfungen der Pflegestandards.


Sind Sie eigentlich immer beruflich erreichbar?

Ja, das gehört, wenn man so will, auch zu meinem Aufgabenbereich.


Gewöhnt man sich daran?

Absolut. Es bedarf allerdings interner Regeln, die dazu beitragen, dass es einem leichter fällt. Wenn man ein gut funktionierendes Netzwerk hat, schafft man es eigentlich sogar sehr gut.


Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Patienten und Angehörigen gemacht?

Der persönliche Kontakt zu Patienten ist enorm wichtig. Angehörige haben oft viel höhere Ansprüche als die Patienten selbst. Da kommt es schon mal vor, dass ein Angehöriger auch sehr bestimmend auftreten kann.


Wie geht man damit um?

Da atmet man dann zum Beispiel tief durch (lächelt). Und anschließend sieht man zu, dass man den Patienten wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit rückt. Das gelingt einem, indem man sich zusammensetzt und beispielsweise den Pflegeplan neu bespricht. Ein offenes Gespräch ist hier das beste Mittel.


Hat sich die Pflege im Laufe der Jahre verändert? Wo gibt es Schwachstellen und was hat sich verbessert?

Anders als noch vor ein paar Jahren ist die Leistung viel komplexer geworden. Hinter jeder Versorgung steckt eine Menge Papierkram. Das muss man gut ausgleichen können und das macht einen guten Pflegedienst aus! Positiv verändert hat sich, dass die medizinische Versorgung insgesamt eine bessere geworden ist. Außerdem bekommen wir als ambulanter Pflegedienst mehr Gehör vom ärztlichen Personal. Man arbeitet miteinander und nicht gegeneinander. Das war nicht immer so.


Woran liegt es, dass Sie mehr Gehör bekommen?

Ganz einfach: Sie wissen mittlerweile, dass sie uns brauchen!


Was sind Ihre schönsten Momente als Pflegedienstleiter?

Es ist ein sehr gutes Gefühl, die Leute in ihrer hilfebedürftigen Situation aufzufangen. Fortschritte, selbst die kleinsten, sind große Erfolge. Ziel unserer Arbeit ist es, die Selbstständigkeit zu erhalten. Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt nur sehr immobil sind, wieder aufzupäppeln, sodass man schließlich schon nach kurzer Zeit einen Fortschritt sehen kann. Man lernt Wertschätzung und das überträgt sich durchaus auf das eigene Leben.


Was macht die Arbeit bei Lebensbaum für Sie besonders?

Dass wir gemeinsam gut sind. Klar gibt es mich als Leitung, aber ich könnte nicht gut arbeiten, wenn die Mitarbeiter nicht gut wären. Deswegen sehe ich mich eigentlich nicht als Leitung, sondern als Teil des Ganzen. Wir haben ein gemeinsames Ziel und um das zu erreichen, setzen wir uns regelmäßig zusammen, besprechen Probleme und aktuelle Fälle. Das Arbeitsklima ist hier besonders gut, weil man sich untereinander am Herzen liegt.


Würde das nicht jeder Pflegedienst von sich behaupten?

Nur die können das, die, wie wir, ihre Mitarbeiter im Durchschnitt seit zehn Jahren im Unternehmen haben (lächelt).